Mittwoch, 23. März 2011

Antwort

Wieder und wieder gehe ich auf die Seite und denke darüber nach, was ich als nächstes machen soll. So viele Dinge die ich machen kann, doch ich hab keine Lust. Der Grund dafür ist wahrscheinlich der einfachste überhaupt. Man stelle sich folgende Situation vor: ER trifft SIE, beide verstehen sich super, ER sieht SIE über Jahre nicht, steht kurz vor einer Beziehung und trifft SIE wieder, jedoch nicht real, sondern im Internet auf einer Seite, wie beispielsweise Fb. Beide freuen sich riesig sich zu sehen, aufgrund der gemeinsamen Tage. Ein Paar waren sie jedoch nie. ER quatscht mit ihr, sie tauschen Handynummern aus und wollen sich treffen. Doch kurz danach kommt ER mit dem Mädchen zusammen, der ER vorher schon nahe stand. Als SIE das erfährt, fühlt SIE sich auf einmal hintergangen und belogen. 


SIE wirft ihm all jenes vor und entwickelt von nun an eine starke Abneigung gegen ihn. ER versucht zu klären wo das Problem liegt und entschuldigt sich dann mehrmals dafür, dass ER ihr die Situation nicht komplett geschildert hatte. Als SIE ihn folglich ignoriert, lässt ER sie auf lange Zeit in Ruhe. SIE denkt wahrscheinlich nicht mehr an ihn oder denkt zumindest, dass ER sich nicht mehr melden wird. Was SIE nicht weiß ist, dass ER regelmäßig an SIE denkt und nicht weiß was ER tun soll. Ihr Name fällt ihm des Öfteren ein und ER weiß nicht wie ER damit umgehen soll. Lange überlegt ER, bis ER nach 3 Jahren zu dem Entschluss kommt, ihr einen Brief zu schreiben.

Also setzt ER sich ran und schreibt einen Brief. Von Hand ca. 4 Seiten lang, indem alles drin steht, was damals passiert ist, all jenes, was ER ihr nicht gesagt hatte und was SIE schon wusste. Gefühle und Gedanken unterstreichen die Sätze und drücken aus, dass ER sie nicht vergessen konnte, weil seine Gefühle, anfangs freundschaftliche, später dann Gefühle einer höheren Ebene, nicht verblassen wollen. Von Gedanken geplagt und einem Gefühl nach langer Zeit, dass eigentlich nicht mehr vorhanden sein dürfte, schreibt ER ihr diesen Brief und hofft darauf, dass SIE ihm eine Antwort gibt, eine Antwort die ehrlich und direkt zu gleich ist, überhaupt eine Antwort auf seine Frage, die ER ihr am Ende gestellt hat. ER schickt den Brief nicht per Mail, wie es viele tun würden. ER schreibt nicht in einem Instant Messenger, und schickt ihn auch nicht per Post. ER setzt sich in den Bus und fährt über 40 Minuten bis zu ihr. Bei ihr angekommen klingelt ER an ihrer Tür, die ohne Nachfrage geöffnet wird. 


Sein Herz rast und sein Puls würde Messungen erreichen, die ER höchstens beim Sport haben könnte. So sehr angespannt ist ER und seine Angst davor, zurückgewiesen zu werden, ist dementsprechend groß. An ihrer Tür angekommen, öffnet nicht sie die Tür, sondern eine Frau mittleren Alters, wahrscheinlich ihre Mutter. Auf die Nachfrage hin, ob SIE da sei, antwortet SIE mit "ja" und holt SIE auch sofort. 


Als ER SIE sieht dreht sich alles kreuz und quer in seinem Kopf. Auf die Frage hin wer er sei, nennt ER seinen Namen. Die Mutter erkennt sofort wer ER ist, ohne ihn je zuvor gesehen oder mit ihm gesprochen zu haben. SIE, in der Tür stehend, ist wenig beeindruckt und wirkt ruhig. Reden tut SIE nicht. ER versucht ein Gespräch aufzubauen, dass SIE abwimmelt, in dem SIE sagt, dass SIE noch etwas machen bzw. lernen müsse. Beide wissen, dass sie 5 Minuten Zeit hätten um zu reden, um die, durch nicht miteinander reden erzeugten, Probleme beiseite zu schaffen. 


ER erkennt ihre Ausrede, denn ER weiß, dass ER sie nicht lange aufhalten wollte. Ein Gespräch, dass nicht geplant war, muss auch nicht gesprochen werden. ER bedankt sich kurz, bittet SIE, ihm mal eine Nachricht zu schreiben, gibt ihr den Brief und verabschiedet sich, in der Hoffnung auf Antwort. Ob ER sie bekommt, weiß er zu diesem Zeitpunkt nicht, aber ER weiß, dass es eine Möglichkeit gibt. Nun, etwas über eine Woche ist es her, dass ER ihr den Brief gab, indem seine Handynummer steht und in der ER sie darum bittet, ihm wenigstens eine Nachricht zu schicken. 


Denn seine abschließende Frage wünscht ER sich als beantwortet. Was nun folgt sind Tage der Sehnsucht, Sehnsucht nach Antworten und Fragen über Fragen, die neu entstehen und ihm regelmäßig Kopfzerbrechen bereiten.

Was SIE nicht tut? Nun... man sieht nichts. Die Antwort bleibt aus, ob Handy oder Internet, Möglichkeiten gibt es genug, SIE antwortet ihm nicht und lässt ihn weiterhin unruhig warten. Und mit jedem Tag der vergeht, steigt seine Unruhe an, doch ER weiß nicht, wie ER sie vergessen soll, die Unruhe hinfort spülen soll und das Alles vergessen machen soll.

"So lang wie der Fluss, so lange dauern meine Gedanken an
und so mitreißend sind sie, in einem Strom, dem ich nicht entkommen kann..."

-to be continued....-